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Einleitung: Psychische Erkrankungen und Pflegebedürftigkeit – „Ich habe doch nichts – oder doch?“
Psychische Erkrankungen gehören zu den häufigsten gesundheitlichen Belastungen in Deutschland. Dazu zählen unter anderem Depressionen, Angststörungen, bipolare Störungen, Zwangsstörungen und schwere Anpassungsstörungen.
Im Gegensatz zu körperlichen Erkrankungen sind psychische Erkrankungen jedoch oft nicht sichtbar, obwohl sie im Alltag zu erheblichen Einschränkungen führen können.Vielleicht kennen Sie das ja aus Ihrem Umfeld: „Was ist los mit dir? Warum gehst du nicht arbeiten? Warum stellst du dich so an – da ist doch nichts dabei! Raff dich endlich auf! Warum machst du Blau?“
Viele Betroffene und Angehörige stellen sich daher die zentrale Frage:
Kann man bei psychischen Erkrankungen überhaupt einen Pflegegrad erhalten?
Die Antwort lautet: Ja – wenn die Selbstständigkeit im Alltag deutlich eingeschränkt ist. Sie sollten natürlich nicht erwarten, dass es einfach wird. Selbstverständlich ist es am schwierigsten, einen Pflegegrad bei psychischen Erkrankungen zu erhalten (Quelle: Erfahrungswerte mit mehreren Klienten) – unwahrscheinlich ist es jedoch nur für Sie selbst, wenn Sie das alleine tun. Mit einmaliger professioneller Hilfe ist es jedoch machbar. Aber haben Sie denn überhaupt Chancen? Das erfahren Sie in einem professionellen Erstgespräch:
🧩 Welche psychischen Erkrankungen können einen Pflegegrad begründen?
Ein Pflegegrad ist nicht an eine bestimmte Diagnose gebunden, sondern an die tatsächliche Beeinträchtigung im Alltag.
Häufige relevante Krankheitsbilder sind:
- schwere Depression
- Angststörungen
- bipolare Störung
- Zwangsstörungen
- posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)
- Burnout mit chronischem Verlauf
- schwere Persönlichkeitsstörungen
Entscheidend ist immer: Wie stark ist die Alltagskompetenz eingeschränkt?
Viel Spaß beim Beschreiben! Das ist eine äußerst schwierige Angelegenheit, vor allem deshalb, weil Sie dann betriebsblind sind, also sehen Sie Ihre Einschränkungen im schlimmsten Fall gar nicht und siehe da, Sie haben etwas verpasst. Nehmen Sie sich lieber professionelle Hilfe an Ihre Seite:
⚖️ Wie wird der Pflegegrad bei psychischen Erkrankungen bewertet?
Die Einstufung erfolgt über das Neue Begutachtungsassessment (NBA) der Pflegeversicherung.
Dabei werden sechs Lebensbereiche betrachtet:
- Mobilität
- kognitive und kommunikative Fähigkeiten
- Verhaltensweisen und psychische Problemlagen
- Selbstversorgung
- Umgang mit krankheitsbedingten Anforderungen
- Alltagsgestaltung und soziale Kontakte
👉 Bei psychischen Erkrankungen sind besonders wichtig:
- kognitive Fähigkeiten
- psychische Problemlagen
- Alltagsgestaltung
- Selbstversorgung
🧠 Typische Einschränkungen im Alltag
Psychische Erkrankungen wirken sich häufig umfassend auf den Alltag aus, auch wenn dies nach außen nicht sofort sichtbar ist.
Häufige Einschränkungen:
- fehlender Antrieb (Antriebsstörung)
- Schwierigkeiten, den Alltag zu strukturieren
- soziale Isolation
- Konzentrations- und Gedächtnisprobleme
- emotionale Instabilität
- Angstzustände oder Panikattacken
🏠 Auswirkungen auf die Selbstversorgung
Ein zentraler Bewertungsbereich im Pflegegrad ist die Selbstversorgung.
Bei psychischen Erkrankungen kann es hier zu erheblichen Einschränkungen kommen:
- Körperpflege wird vernachlässigt
- Essen wird vergessen oder nicht zubereitet
- Haushalt bleibt unstrukturiert
- Medikamente werden nicht zuverlässig eingenommen
👉 Diese Einschränkungen sind häufig entscheidend für die Pflegegrad-Einstufung.
🧭 Probleme in der Alltagsstruktur
Viele psychische Erkrankungen führen zu einem Verlust der Tagesstruktur.
Typische Folgen:
- Tag-Nacht-Rhythmus verschoben
- fehlende Motivation für Aktivitäten
- keine Planung von Terminen
- Überforderung bei einfachen Aufgaben
Dies führt oft zu einem schleichenden Verlust der Selbstständigkeit.
⚠️ Warum psychische Erkrankungen im Pflegegradverfahren oft unterschätzt werden
Psychische Erkrankungen sind im Begutachtungsprozess besonders schwierig zu bewerten.
Häufige Ursachen für Fehleinschätzungen:
- Betroffene wirken im Gespräch stabiler als im Alltag
- Symptome schwanken stark
- „gute Tage“ verfälschen das Gesamtbild
- fehlende objektive medizinische Messwerte
- soziale Unterstützung durch Angehörige kompensiert viel
Und viele Menschen trauen es sich nicht zu, einen Pflegegrad selbst zu beantragen – zu Recht, denn einen Antrag abschicken, das ist einfach. Einen korrekt gestellten Antrag jedoch abzuschicken, der tatsächlich Aussicht auf Erfolg hat, das ist die Kunst. Eine Kunst, die ich beherrsche. Lassen Sie sich kurz beraten bei mir und Sie werden sehen, ob es überhaupt Aussicht hat oder Sie wirklich Chancen haben und gerade in dieser Sekunde wieder sehr wertvolle Hilfen verpassen:
🧾 Welche Pflegegrade sind möglich?
Je nach Schwere der Einschränkungen sind alle Pflegegrade möglich:
Pflegegrad 1
- leichte Einschränkungen, z. B. gelegentliche depressive Phasen
Pflegegrad 2
- deutliche Probleme bei Alltagsstruktur und Selbstorganisation
Pflegegrad 3
- erheblicher Unterstützungsbedarf im Alltag
Pflegegrad 4
- schwere psychische Erkrankung mit weitgehender Abhängigkeit
Pflegegrad 5
- vollständige Pflegeabhängigkeit in Kombination mit schweren kognitiven oder psychischen Einschränkungen
🧠 Beispiel: Schwere Depression
Eine schwere depressive Episode kann zu folgenden Einschränkungen führen:
- vollständiger Antriebsmangel
- Vernachlässigung der Körperpflege
- soziale Isolation
- fehlende Tagesstruktur
👉 Hier ist häufig ein höherer Pflegegrad realistisch, wenn die Einschränkungen dauerhaft bestehen.
😰 Beispiel: Angststörungen und PTBS
Angststörungen können ebenfalls erheblich einschränken:
- Vermeidung von Außenkontakten
- Panikreaktionen im Alltag
- Einschränkungen beim Verlassen der Wohnung
- Überforderung in Alltagssituationen
Dies kann den Alltag stark beeinträchtigen, auch wenn die körperliche Gesundheit stabil ist.
🔄 Verlauf psychischer Erkrankungen
Psychische Erkrankungen verlaufen oft:
- phasenweise (z. B. bipolar)
- chronisch mit Schwankungen
- in Schüben mit Verschlechterungen
Diese Dynamik erschwert die Einschätzung im Pflegegradverfahren erheblich.
📋 Häufige Fehler bei der Antragstellung
Viele Anträge werden nicht optimal bewertet, weil:
- nur die Diagnose genannt wird
- Alltagsprobleme nicht konkret beschrieben werden
- gute Tage überbewertet werden
- Unterstützung durch Angehörige nicht erwähnt wird
- psychische Symptome zu allgemein dargestellt werden
Es gibt noch viel mehr Fehler. Das sind nur die, die mir spontan eingefallen sind. Fehler sind jedoch bei einem solchen Antrag fatal. Lassen Sie sich lieber einmal beraten, damit Sie im besten Fall jeden Monat Vorteile haben:
🧠 Der Begutachtungstermin: besondere Herausforderung
Der Termin beim Medizinischen Dienst ist häufig nur eine Momentaufnahme.
Typische Probleme:
- Betroffene „funktionieren“ kurzfristig besser
- emotionale Belastung wird nicht sichtbar
- Symptome werden heruntergespielt
- Gesprächssituation wirkt stabiler als Alltag
👉 Dadurch wird der tatsächliche Pflegebedarf oft unterschätzt.
🧩 Warum Dokumentation so wichtig ist
Für eine realistische Einstufung ist entscheidend:
- Beschreibung des gesamten Tagesablaufs
- konkrete Beispiele für Einschränkungen
- Darstellung schlechter Phasen
- Einbezug von Angehörigenbeobachtungen
Ein Pflegetagebuch kann hier sehr hilfreich sein.
🤝 Bedeutung von Unterstützung im Alltag
Bei psychischen Erkrankungen übernehmen Angehörige oft einen großen Teil der Alltagsstrukturierung.
Typische Unterstützung:
- Erinnerung an Medikamente
- Hilfe bei Terminen
- Strukturierung des Tages
- emotionale Stabilisierung
Dieser Unterstützungsbedarf ist für die Pflegegradbewertung relevant.
📌 Fazit: Psychische Erkrankungen können erheblichen Pflegebedarf verursachen
Psychische Erkrankungen werden häufig unterschätzt, obwohl sie zu erheblichen Einschränkungen im Alltag führen können.
Der Pflegegrad hängt nicht von der Diagnose ab, sondern davon, wie stark die Selbstständigkeit beeinträchtigt ist.
Entscheidend sind:
- Strukturverlust im Alltag
- Einschränkungen der Selbstversorgung
- psychische Stabilität im Alltag
- Fähigkeit zur Organisation des Lebens
Eine vollständige und realistische Darstellung der Lebenssituation ist entscheidend für eine angemessene Einstufung. Worauf warten Sie noch:
